Kapitel 7
Mühelos zur Spitzenleistung
Nichts ist einfacher als Größe. Ja, einfach zu sein ist Größe.
RALPH WALDO EMERSON, AMERIKANISCHEN PHILOSOPH (1844-1930)
ieses
Buch ist von der Überzeugung beseelt, dass Großes in jedem
von uns steckt. Auch in Ihnen. Und der beste Weg, Ihr schlummerndes
Potenzial zu wecken, ist der mühelose Weg; der Weg der Freude,
ohne Stress und Anstrengung. Das haben wir ausführlich besprochen.
In diesem Kapitel werden wir auf Ihrem Weg des Glücks zu neuen
Gipfeln vorstoßen – hinauf bis zum Grad der Vollkommenheit. Wir
werden sehen, wie Sie Spitzenleistungen erzielen können; und zwar
mühelos.
Dazu möchte ich Sie bitten, sich an das zu erinnern, was Ihre bisher
größte Leistung war. An eine Situation, in der Sie auf wundersame
Weise besser waren, als Sie es von sich gewohnt sind. Jeder kennt solche
Situationen. Es kann ein sportlicher Erfolg sein, ein faszinierendes
Kunstwerk, eine Rede aus wichtigem Anlass oder ein wissenschaftlicher
Durchbruch. Was
auch immer. Dabei geht es hier nicht um Momente, in denen Sie von außen
unerwartetes Lob erhielten. Ich meine einen Moment, in dem Sie selbst,
tief in Ihrem Inneren, das Gefühl hatten, dass sie etwas Besonderes
taten und Ihre Grenzen überschreiten konnten.

Wie fühlte sich das an, als Sie förmlich über sich hinaus
wuchsen?
„Ich befand mich in einem Zustand der Schwerelosigkeit. Alles ging wie
von selbst. Die Situation (das Examen, der Vortrag, das entscheidende
Tor ...) lief wie in Zeitlupe ab. Alles war viel lebendiger geworden.
Ich war sehr ruhig im Kopf. Die wenigen Gedanken waren klar und tief.
Ich konnte selbst winzige Details wahrnehmen (die Rotation des Tennisballs,
der auf mich zuschoss; die Vibration jeder einzelnen Geigen-Saite; jeden
Blick meines Traumpartners beim ersten Rendezvous). Ich dachte nicht
daran, ob ich am Ende Erfolg haben würde. Ich handelte – tanzte,
programmierte, malte, spielte – in vollkommener Freiheit. Ich reagierte
spontan richtig, ohne jede Überlegung. Und das Ergebnis erfüllte
mich mit Staunen. Ich hatte mein gewöhnliches Ich total fallen
gelassen.
Wer denkt: „Es muss klappen!“, hat schon verloren

Berühmte Sportler benutzen eine ganz eigene Sprache, um den Zustand
zu beschreiben, in dem alles wie von selbst läuft. In dem man keine
Fehler mehr macht. Sie wählen Worte, die einer spirituellen Dimension
entspringen, nicht dem alltäglichen Vokabular. Sie sprechen von
überwältigender Freiheit. Von einem höheren, alles umfassenden
Bewusstseinszustand, in dem die Dinge einfach fließen und jede
Absicht, den Fluss zu steuern, verschwunden ist.
Tennisspieler nennen das manchmal „the zone“, die andere Dimension.
Ein Basketball-Spieler beschrieb die Erfahrung als „going unconscious“,
als Spiel ohne bewusste Steuerung, ohne Anstrengung, ohne Ego. Im Gegensatz
dazu wird ein Sportler, der gerade eine Pechsträhne hat, seinen
Zustand als „verkopft“ beschreiben und eingestehen, dass er „zu viel
wollte“ und zu sehr daran gedacht hat.
Der amerikanische Baseball-Star Yogi Berra brachte es auf den Punkt:
„Denken? Wie soll ich denken und gleichzeitig den Ball schlagen?“
Wer Spitzenleistungen erzielen will, muss sich dem natürlichen
Zusammenspiel von Körper und Geist öffnen. Spitzenleistungen
entstehen als spontane Reaktion auf die jeweilige Anforderung. Aus dem
Nicht-Vorhandensein von Gedanken während des Handelns. Wer zuviel
denkt oder das Heft nicht aus der Hand geben will, verbaut sich selbst
den Weg.
Spiritueller Fußball

Pelé, der berühmte brasilianische Fußballspieler,
beschreibt es so:
Mitten im Spiel überkam mich eine seltsame Stille. Ich hatte das
Gefühl, als könnte ich den ganzen Tag laufen, ohne müde
zu werden – als könnte ich an jedem gegnerischen Spieler, ja an
der ganzen Mannschaft vorbeidribbeln oder buchstäblich durch sie
hindurchlaufen …
Okay, an Selbstvertrauen hat es mir nie gefehlt. Aber was ich hier beschreibe,
ist mehr als Selbstvertrauen. Es ist eine Erfahrung, die einer anderen
Quelle entspringt. Es war das Gefühl, unbesiegbar zu sein …
Während des Trainings beispielsweise unterscheiden sich gewöhnliche
Sportler nur wenig von den Meistern ihrer Klasse. Aber im Wettkampf,
wenn es ums Ganze geht, wird der Unterschied überdeutlich. Denn
…
...mehr finden Sie im Buch.
Viel Spass und erhellende Momente beim Lesen.

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